Der Schachverband Württemberg trauert um sein Ehrenmitglied

eingestellt von: Holger Schröck Montag, 08. Juni 2009

Dr. G. Tobien

Dr. Günter Tobien
27.9.1931 – 1.6.2009

Der Schachverband Württemberg e.V. trauert um sein verdientes Ehrenmitglied

Dr. G. Tobien

Dr. Günter Tobien
27.9.1931 – 1.6.2009

Der gebürtige Ostpreuße war nach seinem Studium in Frankfurt berufsbedingt in mehreren Schachföderationen als Schachspieler und Schachfunktionär aktiv. So war er von 1963 bis 1965 Spieler und 1. Vorsitzender beim SV Rüsselsheim, wobei er erstmalig in Hessen die Gemeinnützigkeit seines Vereins – Schach war damals noch nicht als Sport anerkannt – durchsetzte.

Von 1965 bis 1969 war er aktives Mitglied in mehreren Schachvereinen, u.a. im Club de Ajedrez Tarrasa/Spanien und im TUS Bremen-Huchting. Als er sich Anfang der 70-er Jahre beruflich nach Württemberg veränderte, trat er dem SV Herrenberg als Mitglied bei und war zusammen mit Gert Schmid der Initiator bei der Neugründung des Schachbezirks Stuttgart und der Gründung des Schachkreises Stuttgart West. Zudem war er maßgeblich bei der Wiederbelebung der Schachvereine Leonberg und Weil der Stadt beteiligt. Als einer der Gründungsväter der SG Schönbuch im Jahre 1982 und lange Jahre als dort treibende Kraft verschaffte er sich in und außerhalb dieses Vereins hohes Ansehen.

Daneben nahm er wichtige und bedeutende Funktionen auf Verbands- und DSB-Ebene wahr. Bis 1981 war er mehrere Jahre Beisitzer und Vorsitzender des Verbandsschiedsgerichts, danach bis 1989 Leiter der 2. Bundesliga-Süd und als Nationaler Schiedsrichter ab 1980 bis 2001 aktiver Schiedsrichter in der 1. und 2. Bundesliga. Von 1993 bis 2001 war er Mitglied im Verbandsspielausschuß des SVW und dabei insbesondere für die Ausrichtung der neugeschaffenen Württembergischen Schnellschachmeisterschaften zuständig. Von 1997 bis eine Woche vor seinem Tode war er auf Bundesebene Beisitzer im Schiedsgericht des Deutschen Schachbundes.

Für seine Verdienste um das württembergische Schach wurde ihm 1987 die goldene Ehrennadel des SVW, 1990 die silberne Ehrennadel des LSV und 1991 die Ehrenmitgliedschaft in unserem Verband verliehen. Dr. Tobien hat durch seine vielfältigen Aktivitäten auf Vereins-, Kreis-, Bezirks-, Verbands- und Bundesebene für und um den Schachsport in unserem Lande und das Schach insgesamt bei Insidern und außerhalb der Schachkreise in hohem Maße Respekt genossen und höchste Anerkennung erworben. Sein Tod hinterlässt bei allen, die das Glück hatten, ihn persönlich kennen lernen zu dürfen, eine große und schmerzhafte Lücke. Im Schachverband Württemberg wird er unvergessen bleiben.

Dr. Hans Ellinger, SVW-Präsident