1. Baden-Württembergische Familien-Schachmeisterschaft

veröffentlicht von: Walter Pungartnik Dienstag, 03. August 2010

SC Magstadt schreibt Geschichte

Die 1. Baden-Württembergische Familienmeisterschaft wurde in Magstadt mit 24 Mannschaften ausgetragen. Nach 7 Runden holten sich Johannes und Alexander Häcker den Titel als „Spielstärkste Familie“ vor Wolfgang und Hartmut Schmid. „Beste Familie“ wurde Roland und Samuel Wutzke vor den einheimischen Ralf und Robin Schuldt.

Nach 100 Jahren SVW und BSV gibt es nun auch endlich eine gemeinsame Baden-Württembergische Familienmeisterschaft. Ausrichter war der SC Magstadt, der im Rahmen der 900-Jahrfeier der Stadt Magstadt und dem 30-jährigen Vereinsjubiläum für einen feierlichen Rahmen sorgte.

Der Magstadter Vorsitzende Jürgen Lunardi und sein engagiertes Team leiteten das außergewöhnliche Turnier hervorragend, Schiedsrichter Roland Sieker hatte keine Probleme. Beeindruckt zeigte sich auch SVW-Präsident Bernhard Mehrer bei seinem Grußwort in der Sporthalle Magstadt von der guten Resonanz. 24 Familien waren angetreten, um Pokale, Titel und Sonderpreise zu erringen. Magstadts Bürgermeister Dr. Hans-Ulrich Merz war stolz, diese Premiere in seiner Stadt zu haben und überreichte den Organisatoren zur Begrüßung einen Magstadter Jubiläumssekt.

Vizepräsident und SVW-Breitenschachreferent Walter Pungartnik, einer der größten Förderer und Befürworter dieses Turniers sah sich in seinen Bemühungen um ein gemeinsames Baden-Württembergisches Turnier bestätigt: Vater mit Sohn, Ehepaare, Geschwister, Mutter und Tochter, Onkel und Neffe sowie Großvater und Enkel – alle erdenklichen Kombinationen waren als Mannschaft angetreten, darunter sogar Teilnehmer aus Bayern. Sieben Runden nach Schweizer System mit einer Bedenkzeit von 20 Minuten mussten gespielt werden.

Team „Häcker 1“ gewinnt

Am Ende des spannenden Turniers setzten sich Johannes und Alexander Häcker (SV Wolfbusch) ungeschlagen durch und errangen den ersten Titel eines Baden-Württembergischen Familienmeisters. Im Spitzenduell hatten sich die beiden (Vater und Sohn) gegen die Brüder Wolfgang und Hartmut Schmid (Stuttgarter SF) durchgesetzt, die ansonsten aber eine weiße Weste behielten. Auf dem dritten Platz landeten ebenfalls zwei Brüder: Rainer und Walter Wolf (Weiße Dame Ulm und SV Ebersbach), gefolgt von der Mutter-Tochter-Kombination Gabriele und Katrin Häcker (SV Wolfbusch).

Während bei der Wertung „Spielstärkste Mannschaft“ das reine Ergebnis zählte, wurden nach der „Dresdner Tabelle“ auch andere Kriterien wie Alter, DWZ etc. zur Ermittlung der „Besten Familie“ herangezogen und Bonuspunkte verteilt. Hier setzten sich Vater Roland (TSV Langenau) mit Sohn Samuel (SV Wolfbusch, 11 Jahre alt) durch, gefolgt von den Lokalmatadoren Ralf und Robin Schuldt (Vater/Sohn). Ganz hervorragend schlugen sich die bayrischen Gäste Bernd und Sohn Julian Sonnberger, die beim SC Dietmannsried (Raum Memmingen) spielen und sensationell den dritten Platz belegten. Alle bekamen von Turnierleiter Bernhard Stolz Pokale und Goldmedaillen überreicht, die Sieger zursätzlich einen Gutschein von Satorius Stavridis.

„Haufenweise“ Sonderpreise

Nicht nur Hauptpreise, auch viele Sonderpreise und Sachpreise konnten dank der Sponsoren vergeben werden. Besonders Hans-Georg Knödler, Magstadter Sparkassenchef und Förderer des Turniers, das Schach-Depot Stuttgart und der ortsansässige Reformhaus-Produzent Walther Schoenenberger mit seinen exklusiven Pflegeartikeln hatten das Turnier mit zahllosen Preisen unterstützt. Der Sonderpreis für die meisten Mannschaften ging an die Familie Häcker, die zwei Mannschaften stellte. Auch das beste Frauenteam war durch Gabriele und Katrin Häcker schnell ermittelt.

Die restlichen Sonderpreise sahnten Spieler des SC Magstadt ab: Alexander Giemsa war froh, seinen Opa Wolfgang Günter zum Mitmachen überredet zu haben, denn die beiden gewannen die Kategorie „Bestes Großeltern-Enkel-Team“. Schachbücher als Lohn für eine tolle Leistung erhielt das beste Jugendteam mit Thomas und Stephanie Hua (Bruder-Schwester), einen i-pod durften Ralf und Robin Schuldt als beste Magstadter Mannschaft in Empfang nehmen. Alle anderen Teilnehmer bekamen wertvolle Sachpreise überreicht.

Wo sonst können Enkel und Großvater, Mutter mit Tochter oder Geschwister im Alter von 9 bis 80 Jahren und einer DWZ zwischen 700 und 2200 in einer Mannschaft spielen? Nur bei der Familienmeisterschaft! Und wo kann man Bonuspunkte kassieren und dadurch solch lukrative Preise gewinnen? Nur bei der Familienmeisterschaft!

Kein Wunder, dass fast alle Teams im nächsten Jahr wieder mitmachen wollen. Dann soll das Turnier vom Badischen Schachverband ausgerichtet werden und die Veranstalter hoffen, dass die Teilnehmerzahl gesteigert werden kann. Wäre doch schade, wenn Alexander nicht mehr mit seinem Opa in einer Mannschaft spielen könnte!

Harry Pfriender